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Freitag, 15. Oktober 1999

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Keine Umweltkatastrophe auf dem Balkan

Die Unep meldet gefährliche Verschmutzung in vier Zonen

jpk. Genf, 14. Oktober

Die Kampfhandlungen während des Kosovo- Konfliktes haben nicht zu einer Umweltkatastrophe auf dem Balkan oder zu einem ökologischen Desaster in der Donau geführt. Die von Uno- Experten in den vier serbischen Regionen Pancevo, Kragujevac, Novi Sad und Bor festgestellte Verschmutzung wird in einem vom Uno-Umweltprogramm (Unep) am Donnerstag in Genf veröffentlichten Untersuchungsbericht aber als ernsthaft und als für die in der Region lebende Bevölkerung bedrohlich bezeichnet. Die Experten weisen allerdings gleichzeitig darauf hin, dass die Umweltschäden nicht allein auf die Kampfhandlungen während des Kosovo-Krieges zurückzuführen sind, sondern zum Teil auch durch Fehler und Unterlassungen der lokalen Behörden vor dem Krieg verursacht worden waren. Die Unep fordert die Staatenwelt allerdings trotzdem auf, sich im Rahmen der humanitären Programme für den Balkan an den Aufräumarbeiten in den vier serbischen Regionen zu beteiligen.

Um den Industriekomplex von Pancevo herum wird die Gesundheit der Bewohner nach Angaben der Unep durch die verschmutzten Abwässer gefährdet, welche über einen Kanal in die Donau fliessen. Die Abwässer seien mit Dichlorethan und Blei stark verseucht. Zudem müsste dafür gesorgt werden, dass kein Blei mehr aus der petrochemischen Fabrik austrete. In Kragujevac müssen Massnahmen ergriffen werden, um die in der Zastava-Autofabrik ausgetretenen polychlorierten Biphenyle und Dioxine zu beseitigen. Des weiteren müssten in dem Werk Lager für die Aufbewahrung von gefährlichen Abfällen erstellt werden. In Novi Sad müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um festzustellen, in welchem Ausmass das aus der Ölraffinerie ausgetretene Öl das Grund- und Trinkwasser verschmutzt hat. In Bor wird die Umwelt vor allem durch die aus einer Industrieanlage entweichenden Dioxide belastet.

In dem Bericht fordern die Uno-Experten zudem die Nato auf, Angaben über den Einsatz von abgereichertem Uran während des Kosovo-Krieges zu machen. Die möglichen Auswirkungen hätten nicht untersucht werden können, da die Nato bisher keine Angaben über Ort und Menge des eingesetzten abgereicherten Urans gemacht habe. Die lokalen serbischen Behörden werden aufgefordert, Gebiete, die vermutlich von Angriffen mit derartigen Geschossen betroffenen waren, umgehend abzusperren und die Bevölkerung über die Risiken aufzuklären. Um die langfristigen Gefährdungen für die Bevölkerung beurteilen zu können, fordert die Unep zudem eine Untersuchung durch die Weltgesundheitsorganisation.

Neue Zürcher Zeitung, 15. Oktober 1999
 

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