Kommentar | International
| Schweiz | Vermischtes
| Wirtschaft
| Börsen/Märkte
| Feuilleton
| Zürich
| Sport
| Forschung/Technik
| Mensch/Arbeit
| Tourismus
| Medien/Informatik
| Literatur/Kunst
| Sonderbeilagen
| Internet
| Bilder
der Woche | Wetter
| Frontpage
Keine Umweltkatastrophe auf dem Balkan
Die Unep meldet gefährliche Verschmutzung in vier Zonen
jpk. Genf, 14. Oktober
Die Kampfhandlungen während des Kosovo- Konfliktes haben nicht zu einer
Umweltkatastrophe auf dem Balkan oder zu einem ökologischen Desaster in der Donau
geführt. Die von Uno- Experten in den vier serbischen Regionen Pancevo, Kragujevac, Novi
Sad und Bor festgestellte Verschmutzung wird in einem vom Uno-Umweltprogramm (Unep) am
Donnerstag in Genf veröffentlichten Untersuchungsbericht aber als ernsthaft und als für
die in der Region lebende Bevölkerung bedrohlich bezeichnet. Die Experten weisen
allerdings gleichzeitig darauf hin, dass die Umweltschäden nicht allein auf die
Kampfhandlungen während des Kosovo-Krieges zurückzuführen sind, sondern zum Teil auch
durch Fehler und Unterlassungen der lokalen Behörden vor dem Krieg verursacht worden
waren. Die Unep fordert die Staatenwelt allerdings trotzdem auf, sich im Rahmen der
humanitären Programme für den Balkan an den Aufräumarbeiten in den vier serbischen
Regionen zu beteiligen.
Um den Industriekomplex von Pancevo herum wird die Gesundheit der Bewohner nach Angaben
der Unep durch die verschmutzten Abwässer gefährdet, welche über einen Kanal in die
Donau fliessen. Die Abwässer seien mit Dichlorethan und Blei stark verseucht. Zudem
müsste dafür gesorgt werden, dass kein Blei mehr aus der petrochemischen Fabrik
austrete. In Kragujevac müssen Massnahmen ergriffen werden, um die in der
Zastava-Autofabrik ausgetretenen polychlorierten Biphenyle und Dioxine zu beseitigen. Des
weiteren müssten in dem Werk Lager für die Aufbewahrung von gefährlichen Abfällen
erstellt werden. In Novi Sad müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um
festzustellen, in welchem Ausmass das aus der Ölraffinerie ausgetretene Öl das Grund-
und Trinkwasser verschmutzt hat. In Bor wird die Umwelt vor allem durch die aus einer
Industrieanlage entweichenden Dioxide belastet.
In dem Bericht fordern die Uno-Experten zudem die Nato auf, Angaben über den Einsatz
von abgereichertem Uran während des Kosovo-Krieges zu machen. Die möglichen Auswirkungen
hätten nicht untersucht werden können, da die Nato bisher keine Angaben über Ort und
Menge des eingesetzten abgereicherten Urans gemacht habe. Die lokalen serbischen Behörden
werden aufgefordert, Gebiete, die vermutlich von Angriffen mit derartigen Geschossen
betroffenen waren, umgehend abzusperren und die Bevölkerung über die Risiken
aufzuklären. Um die langfristigen Gefährdungen für die Bevölkerung beurteilen zu
können, fordert die Unep zudem eine Untersuchung durch die Weltgesundheitsorganisation.
Neue Zürcher Zeitung, 15. Oktober 1999
Kommentar
| International
| Schweiz
| Vermischtes
| Wirtschaft
| Börsen/Märkte
| Feuilleton
| Zürich
| Sport
| Forschung/Technik
| Mensch/Arbeit
| Tourismus
| Medien/Informatik
| Literatur/Kunst
| Sonderbeilagen
| Internet
| Bilder
der Woche | Wetter
| Frontpage |